Geschichte über Rothenburg ob der Tauber
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~ 950 n. Chr.
Wehranlage im heutigen Burggarten - Graf von Comburg-Rothenburg
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~ 1070
Die Grafen von Comburg-Rothenburg, denen unter anderem das Dorf Gebsattel gehört, errichten auf einer Bergnase über der Tauber, dem heute so genannten Essigkrug, die Burg Rothenburg.
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1116
Das Geschlecht der Grafen von Comburg-Rothenburg stirbt aus. Graf Heinrich vermacht all seinen Besitz einschließlich Gebsattel und Rothenburg dem von seiner Familie gestifteten Kloster Comburg. Kaiser Heinrich V. jedoch ernennt seinen Neffen Konrad von Hohenstaufen zum Nachfolger.
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1142
Konrad von Hohenstaufen, inzwischen als Konrad III. (1138-52) römisch-deutscher König, tauscht vom Stift Neumünster in Würzburg einen Bergrücken oberhalb von Detwang ein und errichtet auf diesem günstigeren Gelände die Stauferburg Rothenburg. Dort hält er zeitweise Hof und setzt Vögte als Verwalter ein.
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 Friedrich I., genannt Barbarossa |
1164
Ein Sohn Rothenburgs erliegt einer Krankheit. Er kam mit seinem Vormund Friedrich I. (Barbarossa) bis vor Rom.
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Um 1170
Zusammen mit der Stauferburg entsteht die Stadt Rothenburg. Ihre Zentren bilden der Marktplatz und die Jakobskirche. Der Verlauf der ältesten Stadtbefestigung ist erkennbar: Alter Keller / Alter Stadtgraben, Milchmarkt, Sülzen- und Küblersgässchen. Mauern und Türme entstanden im 13. Jahrhundert. Erhalten sind der Weiße Turm und der Markusturm mit dem Röderbogen.
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1194-1254
Die Staufer lassen das Gebiet um Rothenburg durch die Reichsküchenmeister und die Stadt durch Schultheißen verwalten. Die Schöffen des Stadtgerichts, dem der Schultheiß vorsitzt, formieren den Rat. Es entstehen die Johanniterkommune St. Johannis, die Deutschordenskommende bei der Jakobskirche und das Dominikanerinnenkloster (heute Reichsstadtmuseum). Dessen Stifter ist der Reichsküchenmeister Lupold von Nordenberg. Lupolds Bruder Hermann ist zu dieser Zeit Schultheiß.
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~ 1250
Die Staufer Fernstraße führt von Augsburg vorbei an Rothenburg bis nach Würzburg. Die heutige Romantische Straße.
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1241/42
Das Staufische Reichssteuerverzeichnis nennt neben der Stadt die Juden in Rothenburg. Rabbi Meir ben Baruch von Rothenburg (gest. 1293, begraben 1307 in Worms) genießt als Rechtsgelehrter großes Ansehen in Europa.
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1274
Rothenburg wird durch König Rudolf von Habsburg als Reichsstadt privilegiert. Unter anderem werden drei Jahrmärkte bestätigt. In den folgenden Jahrzehnten wird die Stadt erweitert: Galgengasse mit Galgentor, Rödergasse mit Rödertor (nach dem abgegangenen Weiler Rode), Gebsattler Gasse mit Gebsattlertor (heute Untere Schmiedgasse und Siebersturm), Klingengasse und Klingentor (nach der ins Taubertal hinabführende Klinge). Bürger der Stadt und Ritteradelige des Umlandes errichten das Franziskanerkloster (am Viehmarkt, der heutigen Herrengasse) und das Heilig-Geist-Spital (1376/78 in die Stadtmauern einbezogen). Der Deutsche Orden beginnt den heutigen Bau der Jakobskirche, an dem seit 1336 die Bürger beteiligt sind. Die Heilig-Blut-Wallfahrt zieht zahlreiche Pilger nach Rothenburg.
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~ 1330
Fertigstellung der Franziskanerkirche. Prediger und Seelsorger.
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1350
Die Stadt erhält das Recht Zoll zu erheben und genießt den Schutz des Kaisers.
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1352
Von Würzburg ist die Stadt Rothenburg durch eine Zahlung befreit. Nennt sich jetzt "Freie Reichsstadt"
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1356
Erdbeben: die "Alte Burg" liegt in Schutt und Asche, die St. Blasius Kapelle steht heute noch dort.
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1373
Rat und Bürger beginnen das Langhaus der Jakobskirche. Durch einen Vertrag mit dem Deutschorden 1398 übernimmt die Stadt allein die Baulast. St. Jakob wird zur bürgerlichen Stadtpfarrkirche. Gleichzeitig erfolgt der Bau des gotischen Rathauses.
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1378
Rothenburg tritt dem Schwäbischen Städtebund unter der Führung Ulms bei.
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1373-1408
Heinrich Toppler sorgt als Bürgermeister für die Blüte Rothenburgs. Mit diplomatischem Geschick und als erfolgreicher Kriegshauptmann.
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~ 1400
Rothenburg ist nach Nürnberg die bevölkerungsreichste Stadt in Franken. Bis 1802 zählte sie als die acht größte Stadt Frankens.
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1485
Der Bau der St. Jakobskirche ist nach ca. 170 Jahren Bauzeit beendet und sie steht bis heute noch.
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1525
Rothenburg beteiligt sich am Bauernkrieg und versucht, die Reformation einzuführen, letzlich muss sich aber Markgraf Kasimir ergeben. Johann Teuschlein und andere Aufrührer werden hingerichtet.
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1544
Rothenburg führt unter dem Bürgermeister Johann Hornburg endgültig die Reformation ein. Eine protestantische Kirchenordnung wird 1559 erlassen. Ein Konsistorium aus drei Ratsherrn und drei Geistlichen leitet die kirchlichen Angelegenheiten. Katholisch bleiben lediglich die Johanniter (bis 1809) und der Deutschorden (1672 von der Stadt aufgekauft), doch müssen beide Ritterorden auf ihre Kirchen - St. Jakob und St. Johannis - verzichten.
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 um 1590 |
1572
Beginn des Neubaus des 1501 abgebrannten Ostflügels des Rathauses. In den folgenden Jahrzehnten - bis zum Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges - prosperiert die Stadt. Rat und Bürger errichten Bauten im Renaissance-Stil, darunter das sogenannte Baumeisterhaus, die Schranne als Kornspeicher, das Gymnasium bei der Jakobskirche und den Neubau des Heilig-Geist-Spitals.
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 um 1643 |
1618-48
Während des Dreißigjährigen Krieges muss die Stadt sich an den Kosten beteiligen, durchziehende Truppen aufnehmen und Winterquartiere zur Verfügung stellen. 1631, 1634 und 1645 kommt es zu Kämpfen in und um Rothenburg. Die Reichsstadt ist 1632-34 mit Schweden verbündet und wird 1645 von Franzosen besetzt. Plündernde Horden und Krankheiten richten immer wieder schwere Schäden an. In der Stadt wie auf dem Land geht die Bevölkerungszahl dramatisch zurück. Schulden zwingen Rothenburg in der Folgezeit wiederholt zu Verpfändungen und Verkäufen von Wertsachen und Immobilien.
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1688
Während des Pfälzischen Erbfolgekrieges richtet ein französischer Einfall erneut schwere Schäden in der Landwehr an, doch die Stadt bleibt unbesetzt. Der Wiederaufbau zieht sich bis weit ins 18. Jahrhundert hinein.
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1795-97
Seit 1793 führt der Reichskrieg gegen das revolutionäre Frankreich führt zu Bürgerunruhen. Preußen, das 1791 die Markgraftümer Ansbach und Bayreuth übernommen hat, schließt mit Rothenburg einen Vertrag über Grenzbereinigungen mit der Landwehr. Der reichsstädtische Kleinstaat wird dadurch von seinem wichtigsten Nachbarn als noch lebensfähig anerkannt.
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1802/03
Aufgrund von Beschlüssen der europäischen Großmächte und des deutschen Reichstages zur Entschädigung von Fürsten, die linksrheinisch Gebiete an Frankreich abtreten mussten, wird die Reichsstadt Rothenburg durch Bayern in Besitz genommen. Zur Tilgung der reichsstädtischen Schulden verkauft Bayern zahlreiche öffentliche Gebäude und Grundstücke (u.a. die Marienkapelle auf dem Milchmarkt, dem heutigen Kapellenplatz, den Dicken Turm auf der Stauferburg, die Landhege). Die bisher im Rat vertretenen Geschlechter verlieren ihren Einfluss und wandern in der Folgezeit ab, ausgenommen die von Staudts.
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1810
Auf Druck Napoleons tritt Bayern den westlichen Teil der ehemals rothenburgischen Landwehr an Württemberg ab. Die neue Grenzlage verschärft die Wirtschaftskrise in der Stadt und ihrem Umland. Eine Erholung setzt erst nach der Gründung des Deutschen Kaiserreichs 1871 durch Fremdenverkehr (Spitzweg) und Industrialisierung (u.a. Kinderwagenfabrik) ein.
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1873
Eisenbahnanschluss für Rothenburg: Stichbahn von Steinach zur Hauptstrecke Ansbach-Würzburg, später bis Dombühl zur Hauptstrecke Ansbach-Stuttgart weitergeführt. Ausbau der Infrastruktur unter den Bürgermeistern Karl Mann 1886-1908 und Ludwig Siebert 1908-19. Anstieg der Einwohnerzahl von 5382 (im Jahre 1871) auf 8612 (im Jahre 1910).
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1881
Uraufführung des Historischen Festspiels "Der Meistertrunk". Rothenburg wird durch Reisende wiederentdeckt und wird von Touristen besucht.
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1945
Die Stadt wird durch einen Bombenangriff teilweise zerstört. Ihrer völligen Vernichtung entgeht sie durch das entschiedene Eingreifen eines amerikanischen Generals. In den folgenden Jahren wird sie im alten Stil wieder aufgebaut. Finanzielle Unterstützung aus dem In- und Ausland ermöglicht eine völlige Wiederherstellung der zerstörten Wehranlagen. Durch Flüchtlinge und Heimatvertriebene wächst die Bevölkerungszahl von 8939 (im Jahre 1939) auf 11924 (im Jahre 1971).
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ab 1945
Rothenburg ist jetzt ein Touristikzentrum und wird jährlich von mehreren Millionen Menschen besucht.
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