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Der Marktplatz – Das Herz von Rothenburg

Wenn es einen Ort gibt, an dem fast jeder Rothenburg-Besuch irgendwann vorbeiführt, dann ist es der Marktplatz. Hier treffen die wichtigsten Gassen der Altstadt aufeinander, hier steht das mächtige Rathaus, hier beginnen Stadtführungen – und hier ist meistens mehr los als an jedem anderen Platz der Stadt.

Der Marktplatz ist aber nicht nur eine Sehenswürdigkeit.

Er ist bis heute ein echter Treffpunkt.

Auf den Stufen des Rathauses sitzen Besucher aus aller Welt neben Rothenburgern, machen eine Pause, unterhalten sich oder beobachten einfach das Treiben auf dem Platz. Genau diese Mischung macht den Marktplatz zu einem der lebendigsten Orte der Altstadt. Auch der Rothenburg Tourismus Service beschreibt ihn ausdrücklich als den Ort, an dem sich Einheimische und Gäste begegnen.

Das Zentrum der Altstadt

Der Marktplatz liegt mitten im historischen Rothenburg.

Von hier führen Wege in praktisch alle wichtigen Bereiche der Altstadt:

  • über die Herrngasse zum Burgtor und Burggarten
  • über die Obere Schmiedgasse zum Plönlein
  • über die Hafengasse und Rödergasse in Richtung Rödertor
  • über den Grünen Markt zur St.-Jakobs-Kirche
  • über Georgengasse und Galgengasse in Richtung Galgentor

Deshalb eignet sich der Marktplatz hervorragend als Orientierungspunkt.

Wer sich in Rothenburg einmal nicht sicher ist, wo er sich befindet, muss häufig nur wieder Richtung Rathaus gehen.

Schon im Mittelalter Mittelpunkt der Stadt

Der Marktplatz gehört zu den ältesten zentralen Bereichen Rothenburgs.

Bereits für die staufische Stadt des 13. Jahrhunderts ist ein Marktplatz belegt. Als Rothenburg 1241 erstmals ausdrücklich als „Civitas“, also Stadt, bezeichnet wurde, gehörten Marktplatz, Befestigung und kirchliche Einrichtungen bereits zu ihrer städtischen Struktur.

Ein Markt war für eine mittelalterliche Stadt von enormer Bedeutung.

Hier wurden:

  • Lebensmittel
  • Tiere
  • Stoffe
  • Werkzeuge
  • handwerkliche Produkte
  • und Waren aus dem Umland

gehandelt.

Der Platz war damit nicht nur politisches, sondern auch wirtschaftliches Zentrum.

Direkt daneben stand das Rathaus, in dem der Rat über die Geschicke der Reichsstadt entschied.

Markt und politische Macht lagen unmittelbar nebeneinander.

Die Rathaustreppe – Rothenburgs wahrscheinlich größte Sitzbank

Eine der schönsten Eigenschaften des Marktplatzes ist etwas, das in keinem historischen Reiseführer besonders spektakulär klingt:

die große Treppe vor dem Rathaus.

An schönen Tagen sitzen hier fast immer Menschen.

Manche essen ein Eis, andere warten auf ihre Stadtführung, schauen Fotos durch oder ruhen sich einfach einige Minuten aus. Und dazwischen trifft man immer wieder Rothenburger.

Gerade dadurch ist die Rathaustreppe mehr als eine architektonische Besonderheit.

Sie funktioniert fast wie eine große öffentliche Sitzbank mitten im Zentrum der Stadt.

Man sitzt dort, schaut über den Platz – und bekommt automatisch mit, was gerade passiert.

Hier trifft Rothenburg die Welt

Gerade in den Sommermonaten zeigt sich die internationale Seite der Stadt besonders deutlich.

Innerhalb weniger Minuten hört man auf dem Marktplatz oft mehrere Sprachen.

Reisegruppen treffen ein, Stadtführer sammeln ihre Gäste, Radfahrer machen Pause, Familien suchen den nächsten Wegpunkt und Einheimische gehen ihren alltäglichen Erledigungen nach.

Dadurch entsteht ein interessanter Kontrast:

Die Kulisse ist mehrere Jahrhunderte alt – aber der Platz selbst ist vollkommen lebendig.

Der Marktplatz ist kein Museumsplatz. Er wird benutzt.

Das Rathaus beherrscht den Platz

Das größte Gebäude ist natürlich das Rathaus mit seinem Rathausturm.

Der ältere gotische Teil und der große Renaissancebau stehen unmittelbar nebeneinander und machen schon von außen sichtbar, dass Rothenburg nicht aus einer einzigen historischen Epoche besteht.

Wer Zeit und Kondition mitbringt, kann den Rathausturm besteigen.

Von oben blickt man direkt auf den Marktplatz und erkennt erst richtig, wie kompakt das Zentrum der Altstadt aufgebaut ist.

Rathaus und Rathausturm behandeln wir deshalb zusätzlich in einem eigenen Artikel.

Die Ratstrinkstube

Gegenüber beziehungsweise am nördlichen Rand des Marktplatzes steht eines der bekanntesten Gebäude der Stadt, die ehemalige Ratstrinkstube.

Hier trafen sich früher die Ratsherren nach ihren Sitzungen.

Heute befindet sich darin der Rothenburg Tourismus Service.

Besonders bekannt ist die historische Uhr an der Fassade.

Die Hauptuhr stammt aus dem Jahr 1683, die Sonnenuhr aus dem Jahr 1768. Seit 1910 öffnen sich außerdem zu bestimmten Zeiten zwei Fenster mit Figuren von General Tilly und Altbürgermeister Georg Nusch.

Der kleine Meistertrunk an der Uhr

Zwischen 10:00 und 22:00 Uhr öffnen sich jeweils zur vollen Stunde die beiden Fenster neben der Uhr.

Zu sehen sind General Tilly und der Altbürgermeister Georg Nusch.

Die Figuren erinnern an die berühmte Geschichte vom Meistertrunk.

Das Ganze dauert nur kurz und ist natürlich keine große Show.

Trotzdem bleiben zu den vollen Stunden regelmäßig Besucher auf dem Marktplatz stehen und schauen nach oben.

Wer ohnehin gerade dort ist, kann ruhig einmal darauf achten.

Georgsbrunnen

Vor dem Fleisch- und Tanzhaus und der heutigen Marienapotheke befindet sich der große Georgsbrunnen, häufig einfach Marktplatzbrunnen genannt.

Solche Brunnen waren früher wesentlich wichtiger, als ihre heutige dekorative Wirkung vermuten lässt.

Der Georgsbrunnen diente unter anderem der Wasserversorgung der Tiere, die von Händlern auf den Markt gebracht wurden.

Damit erinnert auch dieser Brunnen daran, dass der Marktplatz früher tatsächlich ein Arbeits- und Handelsplatz war.

Fleisch- und Tanzhaus

Direkt hinter dem Brunnen steht das Fleisch- und Tanzhaus.

Schon der Name verweist auf unterschiedliche Nutzungen.

Der Bereich spielte eine Rolle beim Handel und der Verarbeitung von Fleisch, während andere Teile des Gebäudes für gesellschaftliche Veranstaltungen genutzt wurden.

Heute befinden sich dort unter anderem Ausstellungsräume des Rothenburger Künstlerbundes.

Die Marienapotheke

Unmittelbar daneben steht eines der besonders schönen Häuser des Platzes.

Die heutige Marienapotheke befindet sich im sogenannten Jagstheimerhaus.

Das schmale Patrizierhaus wurde 1448 vom damaligen Bürgermeister Jagstheimer errichtet.

Eine interessante historische Randnotiz:

Kaiser Maximilian I. soll während eines Aufenthalts in Rothenburg in diesem Haus gewohnt haben.

Gemeinsam mit Fleisch- und Tanzhaus, Georgsbrunnen, Ratstrinkstube und Rathaus bildet das Gebäude eine der charakteristischsten Ansichten des Marktplatzes.

Der Marktplatz als Bühne

Der Platz ist nicht nur im Alltag belebt.

Über das ganze Jahr hinweg wird er immer wieder zur Bühne für Veranstaltungen.

Gerade dann verändert sich seine Atmosphäre vollkommen.

In den Sommermonaten finden immer wieder Open-Air-Konzerte auf dem Marktplatz statt.

Besonders bekannt sind die Ambassadors of Music.

Dabei treten amerikanische Jugend- und Schulorchester während ihrer Europareisen in Rothenburg auf. Im Juli fanden beispielsweise mehrere öffentliche und kostenlose Konzerte direkt auf dem Marktplatz statt.

Daneben gibt es weitere größere Veranstaltungen.

2026 wurde der Platz beispielsweise für Aufführungen von Mozarts „Zauberflöte“ und eine Tina-Turner-Tribute-Show genutzt.

Die Kulisse zwischen Rathaus, historischen Häusern und Rathausturm macht solche Konzerte natürlich zu etwas Besonderem.

Historische Festtage

Auch bei den großen historischen Veranstaltungen Rothenburgs spielt der Marktplatz eine zentrale Rolle.

Während der Reichsstadt-Festtage ziehen historische Gruppen durch die Stadt und treffen schließlich auf dem Marktplatz zusammen.

Hier finden unter anderem:

  • Aufmärsche
  • historische Vorführungen
  • Musik
  • Feldmusterungen
  • Begrüßungen
  • Feuer- und Lichtinszenierungen

statt.

Auch während des Historischen Festspiels „Der Meistertrunk“ ist der Bereich rund um Rathaus und Marktplatz einer der wichtigsten Schauplätze.

Zur Weihnachtszeit verändert sich der Platz

Besonders stark verändert sich der Marktplatz in der Adventszeit.

Dann wird er zu einem zentralen Bereich des Alt-Rothenburger Reiterlesmarktes.

Der Weihnachtsmarkt verteilt sich auf:

  • Marktplatz
  • Grüner Markt
  • Kirchplatz
  • Lichthof des Rathauses

und verbindet damit mehrere unmittelbar benachbarte Plätze miteinander.

Auf dem Marktplatz steht der große Weihnachtsbaum.

Zur Eröffnung zieht traditionell das Reiterle zu Pferd auf den Platz und richtet seinen Gruß an die Besucher.

Anschließend wird der Weihnachtsbaum erleuchtet.

Gerade am Abend verändert sich die Atmosphäre vollkommen:

Wo im Sommer Reisegruppen und Straßencafés das Bild bestimmen, stehen im Dezember Weihnachtsbaum, Lichter und Marktbesucher.

Ein Platz für Stadtführungen

Wer eine geführte Tour durch Rothenburg gebucht hat, wird den Marktplatz wahrscheinlich ebenfalls kennenlernen.

Viele Führungen beginnen hier.

Der Georgsbrunnen und insbesondere die Rathaustreppe dienen als Treffpunkte.

Auch abends starten hier verschiedene Themenführungen, darunter Nachtwächter- und historische Führungen.

Das macht den Platz zu einer Art Verteilerstation:

Von hier ziehen die Besucher anschließend in alle Richtungen durch die Altstadt.

Auf rund 433 Metern Höhe

Der Marktplatz liegt auf ungefähr 433 Metern über dem Meeresspiegel.

Damit liegt er deutlich höher als das Taubertal, das teilweise rund 100 Meter tiefer verläuft.

Das merkt man spätestens, wenn man vom Marktplatz zum Burggarten läuft und anschließend hinunter zur Tauber steigt.

Mehrere offizielle Rothenburger Wanderwege führen den Marktplatz deshalb als ihren höchsten Punkt.

Der absolut höchste Bereich der Altstadt liegt allerdings noch etwas weiter nördlich: Für das Galgentor werden in einer offiziellen Wanderroute etwa 441 Meter angegeben.

Unser Tipp

Nutzen Sie den Marktplatz nicht nur als Durchgang zu den nächsten Sehenswürdigkeiten.

Setzen Sie sich einmal für zehn oder fünfzehn Minuten auf die Rathaustreppe.

Von dort können Sie hervorragend beobachten, wie Rothenburg tatsächlich funktioniert:

Stadtführungen starten, Besucher schauen zur Meistertrunk-Uhr, Einheimische treffen Bekannte, Kinder laufen über den Platz und irgendwo kommt wahrscheinlich gerade die nächste Reisegruppe an.

Der Marktplatz ist das touristische Zentrum Rothenburgs – aber gleichzeitig einer der Orte, an denen Besucher und Rothenburger bis heute ganz selbstverständlich aufeinandertreffen.

Und genau deshalb ist er mehr als nur die Kulisse vor dem Rathaus.

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