Route

Stadtmauer-Tour

Die Rothenburger Stadtmauer umschließt auf rund vier Kilometern die historische Altstadt. Doch eine vollständige Runde verläuft keineswegs ausschließlich oben auf der Mauer.

Unsere Stadtmauer-Tour verbindet deshalb die schönsten begehbaren Wehrgänge mit Toren, Türmen und Basteien – und führt dort, wo die Stadtmauer nicht mehr begehbar ist, über einen landschaftlich besonders schönen Panoramaweg außerhalb der Altstadt weiter.

Wir beginnen die Runde im Norden am Klingentor, folgen der Stadtbefestigung über die östliche und südliche Seite bis zum Kohlturm und wechseln anschließend auf die westliche Außenseite der Stadt. Von dort führt die Route mit Blick über das Taubertal bis zum Burggarten und schließlich entlang der nördlichen Stadtmauer zurück zum Klingentor.

Länge: etwa 4 km, ohne Abstecher ins Taubertal
Dauer: etwa 3 Stunden – mit Foto- und Besichtigungspausen entsprechend länger
Geeignet für: Geschichte, Architektur, Fotografie, Familien und einen außergewöhnlichen Überblick über Rothenburg

Start am Klingentor

Gemeinsam mit der unmittelbar vorgelagerten Wehrkirche St. Wolfgang bildet es eine der interessantesten Befestigungsanlagen Rothenburgs. Von hier gelangt man auf den Wehrgang und kann die Stadtmauer in südöstlicher Richtung erkunden.

Rothenburg einmal von oben erleben

Vom Wehrgang aus verändert sich der Blick auf die Stadt vollständig.

Immer wieder öffnen sich zwischen den Gebäuden überraschende Ausblicke über die Altstadt und hinaus in die Landschaft rund um Rothenburg.

Gerade diese wechselnden Perspektiven machen den Spaziergang auch für Fotografen interessant.

Manche der schönsten Motive entstehen nicht an den bekannten Sehenswürdigkeiten selbst, sondern einige Meter davor oder danach: ein Kirchturm zwischen zwei Dächern, eine Gasse aus erhöhter Position oder ein Stadttor, das vom Wehrgang plötzlich aus einem vollkommen anderen Winkel erscheint.

Unterwegs auf einem historischen Wehrgang

Der überdachte Gang auf der Stadtmauer war ursprünglich natürlich kein Aussichtspunkt für Besucher. Er war Teil der Verteidigungsanlage.

Von hier konnten Wächter und Verteidiger entlang der Mauer zwischen den einzelnen Befestigungsabschnitten verkehren und das Gelände außerhalb der Stadt beobachten.

Besonders interessant sind die zahlreichen Schießscharten und Wehröffnungen in der äußeren Mauer.

Die schmalen Öffnungen ermöglichten es, das Gelände vor der Stadt zu beobachten und Waffen einzusetzen, während die Verteidiger weitgehend durch das Mauerwerk geschützt blieben.

Heute ergeben sich dadurch immer wieder kleine Ausschnitte auf Rothenburg und seine Umgebung.

Für Fotografen wirken manche Öffnungen beinahe wie ein natürlicher Bilderrahmen.

Vom Klingentor zum Galgentor

Vom Klingentor führt der Wehrgang zunächst entlang der nördlichen Befestigung.

Auf diesem Abschnitt begegnet man mehreren kleineren Wehrtürmen, bevor das Galgentor, historisch auch Würzburger Tor genannt, erreicht wird.

Das Galgentor erinnert gleichzeitig an eine weniger romantische Seite der Rothenburger Geschichte: Außerhalb dieses Stadtbereiches befand sich einst die Richtstätte der Reichsstadt.

Von hier setzt sich der Wehrgang weiter in Richtung Osten fort.

Rödertor und Röderturm

Einer der Höhepunkte der Runde ist das Rödertor mit seiner mehrstufigen Toranlage und dem Röderturm.

Hier lässt sich besonders gut erkennen, dass ein mittelalterliches Stadttor nicht einfach aus einem einzigen Torbogen bestand.

Bastei, Tor, Fanghof, Brücke, Wachgebäude und Turm bildeten gemeinsam eine Verteidigungsanlage.

Wenn der Röderturm geöffnet ist, lohnt sich der zusätzliche Aufstieg.

Von oben bietet sich einer der schönsten Rundblicke über die Dächer Rothenburgs.

Weiter entlang der östlichen Stadtmauer

Hinter dem Rödertor beginnt einer der besonders langen Abschnitte des begehbaren Wehrgangs. Über mehrere Türme führt die Route weiter nach Süden.

Von hier ergeben sich immer wieder schöne Ausblicke in die Altstadt – unter anderem auf die Gerlachschmiede, Dächer und Kirchtürme.

Gerade hier lohnt es sich, nicht zu schnell zu laufen. Der Wehrgang selbst ist eines der interessantesten Fotomotive der gesamten Tour.

Die mächtige Spitalbastei

Im Süden erreicht man schließlich das Spitaltor mit der Spitalbastei.

Die gewaltige Anlage unterscheidet sich deutlich von den älteren, schlankeren Befestigungen der Stadt. Hier wird sichtbar, wie sich der Festungsbau mit dem Aufkommen von Feuerwaffen veränderte.

Massive Mauern, Geschützstellungen, Zwinger und mehrere hintereinanderliegende Tore machten die Spitalbastei zu einem der stärksten Verteidigungspunkte Rothenburgs.

An dieser Stelle endet zunächst der durchgehende Wehrgang.

Vom Spitalviertel zurück auf die Mauer

Die Route führt nun durch den Bereich des Spitalviertels weiter zum Stöberleinsturm.
Von dort kann man erneut auf die Stadtmauer steigen.

Dieser kürzere Abschnitt führt in Richtung Kobolzeller Tor.

Am Kohlturm endet schließlich der letzte längere begehbare Wehrgang dieser Seite.

Und genau hier verändert unsere Tour ihren Charakter.

Jetzt beginnt der Panorama-Teil

Statt die Tour nun durch die Altstadt fortzusetzen, bleiben wir möglichst nahe an der Stadtbefestigung und wechseln auf die Außenseite der westlichen Stadtmauer.

Über den Bereich beim Kobolzeller Tor führt der Weg in Richtung An der Eich und weiter zum Burggarten.

Hier beginnt einer der landschaftlich schönsten Teile der gesamten Runde.

Der Weg verläuft oberhalb des Taubertals und eröffnet immer wieder Ausblicke auf:

  • Doppelbrücke
  • Kobolzeller Kirche
  • die Tauber
  • historische Mühlen
  • Weinberg
  • Spitalviertel
  • bewaldete Talhänge

Die offizielle Wanderroute W6 führt ebenfalls über diesen Bereich oberhalb des Weinbergs und bezeichnet ihn als „Rothenburger Riviera“.

Der Unterschied zum Wehrgang könnte kaum größer sein. Zuvor liefen Sie zwischen Mauern und Dächern.

Jetzt öffnet sich plötzlich die Landschaft.

Der Burggarten – perfekte Pause

Der Panoramaweg führt schließlich zum Burggarten.

An dieser Stelle befand sich einst die staufische Reichsburg, aus deren Umfeld sich Rothenburg entwickelte. Heute ist der Burggarten einer der schönsten Orte für eine Pause.

Von den Aussichtspunkten reicht der Blick weit über das Taubertal. Nach Süden sieht man unter anderem die Doppelbrücke und das Spitalviertel, nach Norden öffnet sich der Blick in Richtung Detwang und Topplerschlösschen.

Wer die Tour nicht unterbrechen möchte, durchquert den Burggarten weiter in Richtung Norden.

Durch die Neue Burg zurück nach Norden

Am nördlichen Ausgang des Burggartens geht es wieder außerhalb der Stadtmauer weiter. Dieser Bereich wird als Neue Burg bezeichnet.

Der Weg verläuft unmittelbar unterhalb der historischen Befestigung und führt am Natur-Erlebnis-Spielplatz Neue Burg vorbei. Der Spielplatz liegt direkt an der Stadtmauer und eignet sich besonders für Familien als zusätzliche Pause.

Danach erreicht man eine Stelle, an der man sich entscheiden kann.

Rechts zurück zum Klingentor

Wer unserer eigentlichen Stadtmauer-Runde folgt, hält sich rechts beziehungsweise bergauf und geht weiter in Richtung Klingentor.

Damit schließt sich der Kreis.

Am Klingentor kann man noch die Wehrkirche St. Wolfgang und ihre Befestigungsanlagen besichtigen – oder einfach feststellen, dass man Rothenburg nun tatsächlich einmal fast vollständig umrundet hat.

Oder links hinunter zur Tauber

Wer noch Zeit und Kondition hat, sollte an der Weggabelung über einen zusätzlichen Abstecher nachdenken. Links führt der Weg hinunter ins Taubertal.

Dort erreicht man die Barbarossabrücke und unmittelbar daneben das Wirtshaus beziehungsweise den Biergarten Unter den Linden.

Das Lokal liegt direkt an der Tauber bei der historischen Bronnenmühle und ist besonders in den wärmeren Monaten eine schöne Möglichkeit für eine Pause. Die eigene Website beschreibt es als saisonalen Biergarten beziehungsweise Wirtshaus, das ungefähr vom Frühlingsanfang bis Anfang Oktober geöffnet ist.

Auch die offizielle Beschreibung des Rothenburger Panoramawegs führt über die Barbarossabrücke und nennt die Bronnenmühle mit „Unter den Linden“ ausdrücklich als Einkehrmöglichkeit.

Wichtig: Wer hinunter zur Tauber geht, muss anschließend natürlich wieder hinauf zur Stadt.

Der Abstecher sollte deshalb nicht in die angegebene Länge und Gehzeit der normalen Stadtmauer-Runde eingerechnet werden.

Fototipp

Die Tour bietet ungewöhnlich viele unterschiedliche Fotomotive.

Auf dem Wehrgang lohnt sich der Blick in beide Richtungen.

Besonders interessant sind die Schießscharten. Sie können als natürlicher Rahmen für Landschafts- und Architekturaufnahmen genutzt werden.

Auf dem Panoramaabschnitt zwischen Kobolzeller Tor und Burggarten verändert sich die Fotografie vollkommen.

Hier sind eher:

  • Doppelbrücke
  • Taubertal
  • Weinberge
  • Stadtmauer von außen
  • Türme über dem Hang
  • die gesamte Rothenburger Stadtsilhouette

die Motive.

Wer gerne fotografiert, sollte für diese Runde deshalb deutlich mehr als zweieinhalb Stunden einplanen.

Gut zu wissen

Die Tour verläuft teilweise auf historischen Wehrgängen mit:

  • steilen Treppen
  • schmalen Durchgängen
  • unebenen Stufen
  • Kopfsteinpflaster

und teilweise auf Fuß- und Panoramawegen außerhalb der Stadt.

Sie ist daher nicht barrierefrei und für Rollatoren, Rollstühle oder Menschen mit erheblichen Gehproblemen nicht geeignet.

Festes Schuhwerk ist insbesondere für den Panoramaabschnitt empfehlenswert.

Weitere Infos über die Stadtmauer

Fotos