Übersicht

Die Stadtmauer

Kaum etwas prägt das Bild Rothenburgs ob der Tauber so sehr wie seine nahezu vollständig erhaltene Stadtbefestigung. Auf rund vier Kilometern umschließt die Stadtmauer die historische Altstadt und verbindet Tore, Türme, Basteien und Wehrgänge zu einem außergewöhnlich geschlossenen Ensemble.

Interaktive Geschichtskarte

Wie Rothenburg gewachsen ist

Die Karte zeigt die räumliche Entwicklung der Stadt in vier Schritten: vom ersten Mauerring über die große Erweiterung bis zur fast vollständig erhaltenen Altstadt von heute.

Interaktive Geschichtskarte RothenburgsEine SVG-Karte, deren historische Ebenen je nach ausgewählter Phase ein- und ausgeblendet werden. Kobolzeller Tor Weißer Turm Markusturm Siebersturm Blauer Turm Roter Turm Klingentor Galgentor Rödertor Spitaltor Burgtor Rathaus Spitalkirche Heiliger Geist St.-Wolfgangs-Kirche Franziskanerkirche Blasiuskapelle St. Johannis St. Jakob

Um 1241

Um 1241: Frühe Stadt und erster Mauerring

Aus der staufischen Reichsburg und der östlich anschließenden Siedlung entwickelte sich im späten 12. und frühen 13. Jahrhundert die Stadt Rothenburg.

1241 wird Rothenburg erstmals als „Civitas“ bezeichnet. Zu diesem Zeitpunkt besaß die Stadt bereits einen Marktplatz, eine Stadtkirche und einen ersten Befestigungsring.

Westlich der Stadt lag die Reichsburg auf dem Bergsporn des heutigen Burggartens. Burg und Stadt gehörten zur gleichen frühen Entwicklungsphase, besaßen jedoch eigene Befestigungen.

Wichtige Orientierungspunkte
  • Reichsburg im heutigen Burggarten
  • Markusturm / Röderbogen
  • Weißer Turm
  • Burgtor

Unterwegs auf einem historischen Wehrgang

Der überdachte Gang auf der Stadtmauer war Teil der Verteidigungsanlage.

Von hier aus konnten Wächter und Verteidiger entlang der Mauer zwischen den einzelnen Befestigungsabschnitten verkehren und das Gelände außerhalb der Stadt beobachten.

Besonders interessant sind die zahlreichen Schießscharten und Wehröffnungen in der äußeren Mauer. Die schmalen Öffnungen ermöglichten es den Verteidigern, nach außen zu beobachten und gegebenenfalls Waffen einzusetzen, während sie selbst weitgehend durch das Mauerwerk geschützt blieben.

Heute ergeben sich durch diese Öffnungen ungewöhnliche kleine Ausschnitte auf Rothenburg und seine Umgebung. Für Fotografen wirken manche von ihnen beinahe wie ein natürlicher Bilderrahmen – ein schönes Detail, für das es sich lohnt, unterwegs immer wieder stehen zu bleiben.

Die Namen in der Stadtmauer

Während des Spaziergangs werden Ihnen früher oder später Steine mit eingemeißelten Namen und Ortsangaben auffallen.

Sie erinnern an Menschen, Familien, Unternehmen und andere Unterstützer aus Rothenburg und aus vielen Ländern der Welt, die mit ihren Spenden zum Erhalt der historischen Stadtmauer beigetragen haben.

Diese internationale Unterstützung hat in Rothenburg eine besondere Bedeutung. Nach den schweren Zerstörungen des Jahres 1945 mussten Teile der Stadt und ihrer Befestigungsanlagen wiederhergestellt werden. Der Einsatz für den Erhalt der Stadtmauer wurde danach über Jahrzehnte fortgeführt – und die Tradition der Stadtmauerspende besteht bis heute.

Wer aufmerksam liest, entdeckt auf diese Weise während der Tour Namen und Orte aus ganz unterschiedlichen Teilen der Welt. Die Mauer erzählt damit nicht nur von der mittelalterlichen Geschichte Rothenburgs, sondern auch davon, wie sehr sich Menschen weit über Deutschland hinaus für den Erhalt der Stadt engagiert haben.

Gut zu wissen

Der Zugang zu großen Teilen der Stadtmauer ist grundsätzlich rund um die Uhr möglich. Einzelne Türme oder besondere Bereiche können dagegen eigene Öffnungszeiten besitzen.

Hinweis zur Begehbarkeit

Der Wehrgang auf der Stadtmauer ist nicht barrierefrei.

Der Zugang erfolgt an verschiedenen Stellen über Treppen, die teilweise schmal und steil sind. Auch der historische Wehrgang selbst ist stellenweise eng und uneben.

Für Personen mit deutlich eingeschränkter Mobilität oder für Besucher, die auf Krücken, Rollator oder ähnliche Gehhilfen angewiesen sind, ist der Gang auf der Mauer deshalb nicht zu empfehlen. Gleiches gilt für Kinderwagen.

Eine gute Alternative ist der Rothenburger Turmweg am Boden, der ebenfalls dem Verlauf der Stadtbefestigung folgt und große Teile der Tour ermöglicht, ohne den erhöhten Wehrgang benutzen zu müssen.

Hier zur Tour Stadtmauer

Fotos